Lena Liest – Juli 17

Helix

Marc Elsberg

In seinen Bestsellern "Blackout" und "Zero" hat sich Marc Elsberg mit den aktuellen Themen Energiesicherheit und Datenschutz befasst. Nun gibt es einen neuen Wissenschaftsthriller von Marc Elsberg: "Helix - Sie werden uns ersetzen". Diesmal geht es um Genmodifikationen und ihre Folgen. Dabei ist Marc Elsberg alles andere als ein großer Schriftsteller. Seine Erzählweise ist unspektakulär, die Charakterzeichnung der Figuren ziemlich schematisch und eher flach und selbst die Spannung steigert sich in "Helix" nicht gerade bis ins Unermessliche. Aber was er erzählt ist trotzdem fesselnd. In diesem Buch verschwimmen die Grenzen zwischen der Realität und Science-Fiction. Marc Elsberg schafft es, dank herausragender Recherche, uns die Zukunft der Gentechnik nahe zu bringen ohne den Leser zu überfordern.

Der Roman beginnt mit einer Reihe einzelner Ereignisse:
Auf der Münchener Sicherheitskonferenz fällt der amerikanische Außenminister nach einer Herzattacke tot vom Podium.
In Tansania wird die Landbevölkerung von einem Unbekannten mit einer reichlichen Ernte beschenkt.
In Boston verschwindet eine junge hochbegabte Studentin des MIT spurlos.
In San Francisco bereitet sich ein kinderloses Ehepaar auf eine künstliche Befruchtung vor und bekommt ein verlockendes Angebot.

Dass diese Ereignisse irgendwie miteinander in Verbindung stehen, wird keine große Überraschung sein. Das Wie und Warum wird im Laufe der Geschichte Zug um Zug offengelegt. Federführend bei den Ermittlungen, die sich zunächst nur auf die Ermordung des Außenministers konzentrieren, ist eine Taskforce unter der Leitung von Dr. Jessica Roberts, die eine Hauptakteurin in dem sich anbahnenden Drama sein wird. Der Minister wurde mit einem speziellen Virus infiziert, dessen Verbreitungsweg zu einer Gated Community in Kalifornien führt. Dort liegen die Schlüssel zu allen Entwicklungen, die unsere Welt verändern könnten.

Marc Elsbergs „Helix“ ist kein spannungsgeladener Thriller, wie man es beim lesen des Klappentextes vielleicht vermuten würde, es ist eher ein faszinierender Roman über ein Thema, das uns alle betrifft. Entwicklungen in der Gentechnologie spielen in alle unsere Lebensbereiche hinein. In dem Roman geht es weniger darum, ob alle technisch machbaren Verfahren tatsächlich moralisch vertretbar sind, sondern mehr darum, wer am Ende die Kontrolle über die neuen Technologien ausüben wird.

Mich persönlich hat das Buch etwas im Zwiespalt zurückgelassen. Zum einem hat es mich gefesselt und ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Das ist aber wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass mich dieses Thema allgemein sehr fasziniert und ich mich gerne damit auseinandersetze. Zum anderen glaube ich, dass der Roman auch viele Leute abschreckt oder langweilt. Passagenweise liest er sich sehr zäh und der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig im Hinblick auf den Spannungsbogen und teilweise auch auf die Wortwahl des Autors. Auch das Thema ist nicht jedermanns Sache.

Zusammenfassend würde ich dieses Buch nur empfehlen, wenn ihr Interesse an dem Thema habt oder andere Bücher von Marc Elsberg als gut befunden habt.

Lena Kuhnert
Lena Kuhnert

DJ Poisonpig